Interview mit Steffi Poupé (Eltern-Kind-Gruppenleitung im FEBW)

das Interview führte Svenja Müller, Diakonin, pädagogische Mitarbeiterin im FEBW

Svenja: "Liebe Steffi, schön dass du da bist."

Steffi:  "Ja, gerne."

Svenja: "Stell dich doch bitte vor."

Steffi: Mein Name  ist Steffi Poupé, ich bin  35 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder: unsere Tochter ist 10 Jahre alt und unser Sohn 6 Jahre.

Ich bin staatlich anerkannte Erzieherin."

Svenja: "Du leitest in Leverkusen-Schlebusch eine Eltern-Kind-Gruppe. Wie bist du zu der Eltern-Kind-Gruppen Arbeit gekommen?"

Steffi: "Ja, 2016, nein ich glaube es war schon 2015 wurde ich von einer anderen Mutter aus der Kita angesprochen. Sie hat mir von der Spielgruppe erzählt und einen Flyer gegeben. Außerdem erzählte sie mir, dass für die Gruppe eine neue Leitung gesucht wird.

Flyer gegeben, EKG Leitung gesucht. Sie hat mir gesagt, dass ich "genau die richtige dafür" sei.

Ich weiß noch, dass meine erste Frage war: "Bekomme ich dafür auch Geld?".

(Ja, unsere Gruppenleitungen erhalten Honorar!)

Dann habe ich Frau Müller kontaktiert, also dich. Wir haben uns getroffen und die Rahmenbedingungen besprochen. Außerdem konnte ich die Gruppe besuchen, in die Arbeit "hineinschnuppern und mit der alten Leitung sprechen. Am Anfang war ich sehr aufgeregt.

Wir haben den Kurs mit wenigen Anmeldungen gestartet, es waren nur drei Mütter angemeldet.

Die ehemalige Leitung war ebenfalls  im Kurs, dieses Mal als Teilnehmerin.

Das hat mich anfangs etwas nervös gemacht.

Der Anfang verlief sehr schleppend. Dann habe ich zum Einstieg einen Kuchen  für die Eltern gebacken und für die Kinder einen Bewegungsparcours aufgebaut. Ich habe Lustballons aufgepustet und sie in Bettbezüge gesteckt. Ein Planschbecken habe ich mit geknülltem Papier befüllt.

Das wurde von den Kindern sehr gut angenommen.

Dann kamen mehr Anmeldungen.

Manchmal hatte ich das ganze Auto voller Spielzeug, wenn ich zur Gruppe gefahren bin.

Svenja:  "Was sind deine Aufgaben?"

Steffi: "Ich bereite jeder Stunde inhaltlich vor. Es gibt feste Rituale. In jeder Stunde singen wir.

Jedes Kind erhält eine Liedermappe. Wir singen oft Lieder, die zur Jahreszeit passen.

Dann folgt eine  pädagogische Einheit mit einem Angebot, also entweder biete ich Bewegungsspiele an, oder etwas Kreatives. Manchmal gehen wir zusammen raus, dann bereite ich eine naturpädagogische Aktion vor.

Oder wir feiern zusammen Geburtstag.

Die Kinder sollen etwas mitnehmen, also neue Erfahrungen und Entdeckungen.

Zum Beispiel: wie fühlen sich Kastanien an, oder Tannenzapfen.  Was kann ich als Krabbelkinder erforschen? Nach ½ Jahr findet eine tolle Entwicklung der Kinder statt.

Nach dieser Phase frühstücken wir gemeinsam. Dabei findet ein Austausch über pädagogische Themen statt. Da nehme ich mir viel Zeit für die Eltern.

Eine meiner Aufgaben ist es, die Gruppe zusammenzuführen. Oft finden Aktivitäten außerhalb der Gruppenstunden statt; also die Eltern gehen zusammen essen, oder treffen sich in den Ferien.

Es ist mir wichtig, dass  sich die Eltern gegenseitig unterstützen. Der Austausch in der Gruppe ist immer sehr offen. Für Eltern ist es eine Erleichterung wenn sie merken, "ach, das Problem kennen andere auch."

Danach spielen wir zum Abschluss ein Spiel und singen ein Lied."

Svenja: "Wie lange bleiben die Kinder und ihre Eltern in der Gruppe?"

Steffi: "Ungefähr ein Jahr. Die meisten Mütter fangen an, wenn ihre Kinder zwischen 6-9 Monate alt sind, also im Krabbelalter. Die meisten bleiben bis zum zweiten Lebensjahr, manche auch bis zum dritten."

Svenja: "Was ist dir an der Eltern-Kind-Gruppen-Arbeit besonders wichtig?"

Steffi: "Eltern und Kinder sollen sich immer wohlfühlen. Wenn die Kinder etwas älter sind kommen mit einem Lächeln in die Gruppe und freuen sich. Sie kennen die Lieder und beginnen mitzumachen, z.B. bei der Bärenjagd. Die Eltern fühlen sich wohl und verstehen sich, oft entwickeln sich Freundschaften. Die Eltern sollen sich willkommen fühlen, können sich aussprechen und alles, was ist,  mitbringen, auch den negativen Sachen. Und ich Beratung: Kit Platz Mangel in Leverkusen. Kontakte an die Stadt weiterreichen

Rechtsanspruchsformular

Die Eltern in der Gruppe haben besonderes Glück: sie profitieren von Steffis ehrenamtlicher Arbeit im Stadtelternrat und im Elternbeirat der KiTa. 

 

Svenja: "Was sind die Herausforderungen?"

Steffi: "Es ist schwierig, allen gerecht zu werden. Gerade wenn sich die Kinder in unterschiedlichen Altersphasen befinden. Es gibt verschiedene Ansprüche. Die Kinder entwickeln eine Bindung zu mir, dann hätte ich gerne mehr Zeit, um mich den älteren Kindern intensiv zu widmen.

Eher zurückhaltende Kinder spreche ich an, um sie zur Teilnahme zu ermutigen.

Die Mütter möchten viel erzählen. Manchmal bin ich unsicher, was für die Gruppe wichtiger ist: die  Gespräch oder der pädagogische Inhalt? Ich suche den gesunden Mittelweg.

Ich will  großen und kleinen Kindern und den Müttern gerecht werden. Auch jahreszeitlichen Input ist mir  wichtig.

Dazukommt: wir teilen den Raum mit anderen Gruppen. Das bedeutet, wir müssen ihn ordentlich hinterlassen."

Svenja: "Gibt es einen besonderen Moment, an den du gerne zurückdenkst? Also dein ganz persönliches Highlight?"

Steffi: "Da gibt es eigentlich immer viele…Besonders schön finde ich, wenn die Kinder länger dabei sind. Am Anfang, wenn wir Lieder singen, verfolgen die Kleinen das Geschehen mit großen Blicken. Nach sechs Monaten machen die Kinder dann mit, klatschen oder fragen nach einem bestimmten Lied. Die Kinder haben viel gelernt. Oft möchten sich die Eltern auch außerhalb der Gruppe treffen, auch mit mir. Das zeigt mir, dass sich alles gut verstehen.

In einem Kurs im vergangenen Jahr wurde ein Mädchen von ihrer Oma begleitet. Diese Oma wirkte sehr entspannend auf Gruppe. Sie war sehr herzlich und  brachte mir eine große Wertschätzung entgegen. Das wurde auf die Gruppe übertragen.

Eine Mutter wollte unbedingt, entgegen ihrer vorherigen Planung, wieder in den Kurs zurück. Leider gab es keinen freien Platz mehr. Andere Mütter haben überlegt, wie sie Platz schaffen können. Es war zwar anregend, aber auch ein Highlight.

Svenja: Wie sieht es mit der Vereinbarkeit Familie und Beruf aus?"

Steffi: "Das funktioniert sehr gut. Die Gruppe findet vormittags statt, zu festen Zeiten. Im Fall einer Krankheit (bei mir oder meinen Kindern) fällt die Gruppe aus, oder wir wiederholen den Termin an einem Puffertag. Der gibt viel Sicherheit. Die Gruppe reagiert auch immer sehr verständnisvoll.

An schulfreien Tagen können meine Kinder auch mitkommen, auch zum Ferienprogramm.

Es macht für mich einen großen Unterscheid, ob ich meine Kinder und meine Familie miteinbeziehen kann oder nicht.

Sie helfen auch bei den Vorbereitungen; z.B. basteln sie mit mir eine Laterne.

Es besteht großes Interesse an meiner Arbeit, sie finden es sehr spannend.

Meine große Tochter fragt immer, wie es in der Gruppe war und mein Sohn schlägt besondere Aufgaben vor, z.B. sollen die Kleinen im Wald balancieren.

Mit einem Bürojob wäre das alles nicht möglich. So habe ich mehr Zeit für meine Familie."

Svenja: "Was könnte besser laufen? Hast du einen Wunsch an uns?"

Steffi: "Ich hätte oft gerne mehr Zeit für die Eltern. Und eine individuelle Abrechnung wäre schön, also auch die Vorbereitungszeit, das Aufräumen und die Absprachen mit der Gemeinde. Mit der Gruppe bin ich sehr zufrieden. Ich mache die Arbeit zu gut, bin immer zu nett;-). Und ich würde gerne wieder eine Waldgruppe leiten. Und es wäre gut, wenn der Kurs in den Ferien durchlaufen könnte  (Schließungszeiten Gemeindehaus). Dieser Wunsch wird von den Eltern regelmäßig geäußert."

Svenja: "Vielen Dank, liebe Steffi."

Steffi: "Bitte gerne geschehen. Es hat Spaß gemacht."

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